Eine Ordnung, drei Adressaten
Die Brandschutzordnung fasst zusammen, wie sich alle Personen in einem Gebäude vor und während eines Brandes verhalten sollen. Die einschlägige Norm DIN 14096 teilt sie dafür in drei Teile auf: A, B und C.
Der Grund für die Aufteilung ist praktisch. Ein Besucher braucht andere Informationen als eine Mitarbeiterin, und ein Brandschutzbeauftragter braucht mehr als beide. Statt eines dicken Ordners für alle bekommt jede Gruppe genau den Teil, der zu ihrer Rolle passt.
Welche Teile Ihr Betrieb tatsächlich braucht, hängt von Nutzung, Größe und den vorhandenen Verantwortlichkeiten ab.
Teil A — der Aushang für alle
Teil A ist der kurze Aushang, den Sie in Fluren, Treppenhäusern und an zentralen Punkten sehen. Er richtet sich an jede Person im Gebäude, auch an Besucher und Gäste, die den Betrieb nicht kennen.
Auf einer Seite stehen die wichtigsten Verhaltensregeln für den Brandfall: Ruhe bewahren, Brand melden, in Sicherheit bringen, Löschversuch unternehmen. Piktogramme unterstützen den Text, damit die Botschaft auch ohne langes Lesen ankommt.
Wichtig ist die Verständlichkeit auf einen Blick: Den Aushang lesen oft Menschen, die unter Stress stehen. Kurze Sätze, eine feste Reihenfolge und deutlich sichtbare Piktogramme sorgen dafür, dass die wichtigsten Schritte auch dann hängen bleiben.
- Adressat: jede Person im Gebäude, ohne Vorkenntnisse
- Umfang: in der Regel eine Seite, gut sichtbar ausgehängt
- Zweck: sofort verständliche Grundregeln für den Ernstfall
Teil B — für Ihre Beschäftigten
Teil B richtet sich an alle Personen, die sich nicht nur kurz im Gebäude aufhalten, aber keine besonderen Brandschutzaufgaben haben — also an den Großteil Ihrer Beschäftigten.
Er geht deutlich weiter als der Aushang und erklärt das Verhalten im Alltag ebenso wie im Ernstfall: wie Brände vermieden werden, wo Flucht- und Rettungswege verlaufen, wie Melde- und Löscheinrichtungen bedient werden und was nach einem Brand gilt.
Ein Beispiel: Teil B benennt nicht nur, dass es Flucht- und Rettungswege gibt, sondern wo sie im konkreten Gebäude verlaufen, wo der nächste Feuerlöscher oder Druckknopfmelder hängt und wer im Ernstfall zu informieren ist. Genau diese Konkretheit macht ihn zur tragfähigen Grundlage der Unterweisung.
Teil B ist die Grundlage der wiederkehrenden Unterweisung. Er wird den Beschäftigten zugänglich gemacht, nicht ausgehängt.
Teil C — für Personen mit Sonderaufgaben
Teil C betrifft Personen, die über das normale Maß hinaus Verantwortung tragen: etwa Brandschutzbeauftragte, Brandschutzhelfer oder Beschäftigte, die technische Anlagen betreuen.
Er beschreibt deren besondere Pflichten — von der Kontrolle der Brandschutzeinrichtungen über die Vorbereitung des Feuerwehreinsatzes bis zur Nachsorge nach einem Ereignis.
Ein Beispiel: Ein Brandschutzhelfer erfährt in Teil C, welche Löscheinrichtungen er wie bedient und wie er die Räumung seines Bereichs unterstützt. Ein technisch Verantwortlicher liest, welche Anlagen er in welchem Rhythmus kontrolliert und wie er Mängel meldet.
Teil C ist nur nötig, wenn es solche Rollen in Ihrem Betrieb gibt. In kleineren Betrieben ohne benannte Sonderfunktionen kann er entfallen.
Wer im Betrieb welchen Teil braucht
In der Praxis sind Teil A und Teil B der Regelfall: Der Aushang informiert alle, Teil B versorgt die Beschäftigten. Teil C kommt hinzu, sobald Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben benannt sind.
Die Aufteilung ist dabei kein Selbstzweck. Sie stellt sicher, dass niemand mit Informationen überfrachtet wird, die ihn nicht betreffen — und dass zugleich jede Rolle das erhält, was sie im Ernstfall wirklich braucht.
- Kleines Büro ohne Sonderfunktionen: Teil A und B genügen meist
- Produktions- oder Lagerbetrieb mit Brandschutzhelfern: A, B und C
- Pflege, Schule, Versammlungsstätte: häufig alle drei Teile, oft mit zusätzlichen Auflagen
So ordnen wir die Teile für Ihren Betrieb ein
Welche Teile Sie benötigen und wie ausführlich sie sein müssen, lässt sich am besten am konkreten Objekt klären — an der Nutzung, den Bereichen und den vorhandenen Verantwortlichkeiten.
In einer kostenfreien Ersteinschätzung ordnen wir das für Ihren Betrieb ein und sagen Ihnen, welche Teile sinnvoll und welche verzichtbar sind.


